Katzen sind für ihre Sauberkeit bekannt und gewöhnen sich sehr schnell an ihr Katzenklo. Gerade deshalb sind Katzenfreunde entsetzt bis verzweifelt, wenn ihr Liebling nicht mehr die Toilette aufsucht, sondern aufs Bett, auf den Teppich oder in den Wäschekorb pinkelt. Schimpfen oder die Nase ins Nass tunken bringt gar nichts, im Zweifelsfall verstärkt es nur die Unsauberkeit. Du musst die Ursache finden - dann wird deine Samtpfote auch wieder ihr Kistchen aufsuchen-

1. Der erste Weg führt immer zum Tierarzt

Blasenschwäche, eine Blasen- oder Nierenentzündung, aber auch Harnsteine, bei alten Katzen manchmal Demenz, können der Grund für die Unsauberkeit sein. Manchmal schafft es die Katze einfach nicht bis aufs Klo. Oft verknüpft sie auch die Schmerzen beim Wasserlassen mit der Toilette und meidet diese künftig. Lasse das in der Tierarztpraxis abklären. Nach der entsprechenden Behandlung löst sich das Problem von selbst.

2. Steht das Klo auf dem richtigen Platz?

Katzen bevorzugen ein stilles Örtchen in einem ruhigen, immer zugänglichen Eck. Es sollte nicht in der Nähe des Futternapfes und der Wassernäpfe stehen und in einiger Entfernung vom Kratzbaum. Viele Miezen mögen zwei Toiletten - eine fürs grosse und eine fürs kleine Geschäft. Wenn mehr als eine Katze sich die Wohnung teilen, beansprucht jede ein persönliches Klo.

3. Sind Form, Grösse und Streu okay?

Tests haben ergeben, dass Katzen offene Schalen schätzen und nicht die überdachten Klos. Die Schale sollte gross genug sein, dass die Katze sich darin umdrehen kann, ohne anzuecken, aber auch nicht zu geräumig - das verunsichert. Staubarmer körniger Streu geben Katzen die Note "sehr gut". Sie muss so dick eingestreut werden, dass sich alle Hinterlassenschaften leicht vergraben lassen. Damit die Streu nicht überall herumfliegt, kannst du unter der Schale eine etwas grössere Schutzdecke aus Kunststoff legen.

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4. Zu viel Hygiene lässt Katzen die Nase rümpfen

Auch wenn wir unsere Toilette gern mit einem Raumduft appetitlicher machen: Jegliches Parfum stinkt den Samtpfoten. Auch Reinigungsmittel, mit denen die Schale gesäubert wird, können ihnen den Gang dorthin verleiden. Klares heisses Wasser zur Reinigung ist die bessere Alternative.

5. Veränderungen aller Art verstören viele Katzen

Ein familiärer Neuzugang, ein Umzug bzw. die Renovierung der Wohnung oder andere Veränderungen sind Katzen ein Gräuel. Am heftigsten reagieren sie auf eine neue Katze. Dann versprühen sie ihren Urin ganz gezielt, um durch Markieren ihren Besitzanspruch zu unterstreichen. Zu erkennen ist das am hochgereckten statt waagrecht gehaltenen Schwanz und dem Urinieren mit zitternder Schwanzspitze.

6. Dauerstress entlädt sich über die Blase

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Katze menschliche Gesellschaft hatte (Home-Office) und jetzt viele Stunden allein verbringen muss. Oder wenn die Zweitkatze sich die besten Plätze sichert, dem unterlegenen Part den Zutritt zum Klo verwehrt oder die andere ständig wegfaucht.
Achtung: Dauerstress macht krank, du musst sehr schnell handeln.

7. Blitzmassnahmen, bis die Ursache gefunden ist

Wenn der Tierarzt nichts findet, die Toiletten alle kätzischen Ansprüche erfüllen, ist das Wasserlassen stressbedingt. Bis du den Auslöser gefunden und beseitigt hast, helfen Wohlfühlpheromone, die es als Sprays und Verdampfer gibt. Du kannst auch angstlösendes Futter anbieten oder Ergänzungsmittel, die den Stress mindern, über das gewohnte Futter geben. Das alles entspannt die markierende Katze und hilft ihr, sich mit dem Angstauslöser zu arrangieren.