In jedem Hund steckt noch ein bisschen Wolf. Daher sind Raufen um "Beute", einander Jagen und Rangeln typische Verhaltensmerkmale, die dein Vierbeiner ab und an ausleben dürfen sollte, um sich richtig auszupowern.

Ziehspiele bringen Spass und Spiel mit Hunden. Damit aber beide von euch Freude an dem gemeinsamen Spiel habt, gibt es hier ein paar Tipps.

Spass und Spiel mit Hunden - Ziehspiele

Das Ziel der Ziehspiele ist zum einen, dass sich dein Hund auspowern kann und zum anderen aber auch auf dich hört, wenn es zu doll wird. Es wird also auch spielerisch das Gehorsam gefördert.

Ziehspiele

Spielen Schritt-für-Schritt

  1. Für Ziehspiele eignen sich verschiedene Spielzeuge, beispielsweise Ringe aus Hartgummi oder verknotete Seile. Mit etwas Geschick kannst du ein Seil auch aus einen alten Strick selbst herstellen. Wichtig ist, dass das Material im empfindlichen Mundraum deines Hundes keine Verletzungen verursachen kann, während er am Spielzeug zerrt. Scharfe Kanten sind tabu!
  2. Ermutige deinen Hund zum Spiel, indem du ihm das Spielzeug schmackhaft machst. Wedel damit vor seiner Nase, verstecke es anschliessend hinter deinem Rücken und sporne ihn so lange an, bis er es unbedingt haben will.
  3. Wenn dein Hund sein Spielzeug packt, lass es nicht los, sondern ziehe deinerseits spielerisch an der "Beute". Dein Vierbeiner wird nun kräftig die Vorderpfoten in den Boden stemmen und versuchen, dir das Spielzeug unter Knurren und Brummeln zu entreissen.
  4. Gegen Ende dieses Spiels sollest du Abwechslung walten lassen: Entweder gönnst du deinem Hund einen kurzen Siegestriumph und lässt ihn mit seiner "Beute" eine kurze Ehrenrunde drehen oder du behältst das Spielzeug ein, lobst dein Tier und verstaust das Ziehobjekt anschliessend bis zum nächsten gemeinsamen Spiel, ohne den Hund darauf noch einmal aufmerksam zu machen.

Tipp: Das dein Hund beim Tauziehen das ein oder andere Knurren herausrutscht, ist ganz normal und gehört zum Spiel. Je mehr Zeit du mit deinem Hund verbringst, desto genauer wirst du seine Lautsprache lernen und Situationen und Stimmungen besser einschätzen können.

Wichtig: Bei jeder Variante musst du am Ende stets als Sieger aus dem Spiel hervorgehen. Gönne deinem Hund ruhig den kurzen Triumph. Anschliessend musst du ihm jedoch zu verstehen geben, dass du spielbestimmend bist.
Am besten lass ihn "Sitz!" mache, sag "Aus!" und lobe ihn, sobald er das Spielzeug fallen lässt.

Aportieren

 Spiel und Spass ohne Leine

Mal so richtig herumtoben, Artgenossen treffen und ohne lästige Leine laufen. Ein Auslauf ohne Leine muss sein. Das solltest du deinem Hund so oft wie möglich gönnen. Natürlich geht das nur abseits vom Strassenverkehr. Ausserdem sollte dein Hund über genügend Grundgehorsam verfügen.

Ohne Leine Schritt-für-Schritt

  1. Ein Spaziergang an der Leine, kurz mal eben um den Block; das macht keinen Hund wirklich glücklich. Und auch für dich wird es auf Dauer langweilig.
  2. Erkundige dich bei deiner Gemeinde oder in speziellen Hundeforen im Internet, wo es in deiner Umgebung eine Hundewiese gibt, auf der Freilauf erlaubt ist. Dort trifft nicht nur dein Hund auf Artgenossen, auch du kannst über das gemeinsame Hobby neue Bekannte und Freunde finden.
  3. Keine Angst vor Rangeleien! Es ist ganz natürlich, dass zwei Hunde erst einmal die Rangfolge klären, wenn Sie aufeinandertreffen. Nur in Ausnahmefällen kommt es dabei zu einer ernsthaften Beisserei. Meist jedoch handelt es sich um harmlose Raufereien, die für den Menschen schlimmer aussehen als sie sind. Mische dich hier nicht handgreiflich ein!
  4. Je besser dein Hund die Regeln des Grundgehorsams beherrscht, desto leichter kannst du Auseinandersetzungen mit anderen Hunden aus dem Weg gehen. Rufe deinen Hund frühzeitig zu dir und lasse ihn nah bei dir "Sitz!" machen, bis der andere Hund vorbeigelaufen ist.
  5. Nach dem ersten Spaziergang ohne Leine werden Sie wissen, weshalb dein Hund so viel Freude daran hat: Gegenseitiges Beschnüffeln, Spielen und um die Wette rennen sind wahre Glücksmomente für deinen Hund.

Gut zu wissen: Viele Vierbeiner weisen deshalb Verhaltensauffälligkeiten auf, weil sie viel zu selten auf Artgenossen treffen und so ihrem natürlichen Sozialverhalten nicht nachgehen können.

ACHTUNG! In den Frühjahrs- und Sommermonaten solltest du deinen Hund auf Wald und Flur anleinen und ihn nur auf sicheren Hundewiesen laufen lassen. Denn dann ziehen viele Waldtiere ihren Nachwuchs gross.

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