Fangen wir mit den Citydogs an und stürzen uns ins Getümmel, so, wie es jeden Tag viele (Gross-) Stadthunde und ihre Halter tun.
Das Stadtleben hat seinen eigenen Charme. Man ist nie allein, alles ist schnell erreichbar und viele bunte Lichter erhellen auch die trüben Wintertage. Cafés, Bars, Geschäfte, Büros, öffentliche Verkehrsmittel - alles ist da. Wie steckt dein Hund das weg?
Denn bei allem Glanz wirst auch du dich an manchen Tagen weniger Hektik wünschen. Und es wird auch stressige Zeiten für den Vierbeiner geben, der sich zurechtfinden muss. Unterstütze ihn dabei.

Hunde in der Stadt

Das kannst du tun, damit sich dein Vierbeiner im Stadtleben zurechtfindet und dabei sogar entspannt.

  • Stark befahrene Strasse, Ampeln und Zebrastreifen gehören zum Stadtbild. Allein das ist schon eine Herausforderung für den Hund. Lasse ihn hier nicht allein. Sei ein Vorbild und manage ihn souverän. Bringe ihm bei, dass er an roten Ampeln sitzt oder - je nach Wetterlage - steht und solange verweilt, bis du ihm das Signal zum Weitergehen gibst. Sein Gehirn muss so viele Gerüche, Lichter und Geräusche verarbeiten, dass er überfordert sein kann und nicht mehr weiss, was wichtig ist. Doch der Hund lernt schnell, dass egal, wie bunt es um ihn herum ist, er sich nur auf dein "Sitz" und "Okay" konzentrieren muss. Das entspannt. Auch für dich bedeutet es weniger Stress, wenn du weisst, dass dein Vierbeiner deine Signale sicher umsetzt.
  • Jede Stadt hat ihre eigenen Verordnungen und Regeln im Umgang mit Hunden. Beschäftige dich damit, um mehr über Leinenzwang, Brut- und Setzzeiten, Freilaufflächen usw. zu erfahren.
    Frau_im_Park
  • Halte deinen Hund im Trubel der Fussgängerzone an der kurzen Leine. An einer langen Leine können sich Menschen schnell verheddern, und es besteht Verletzungsgefahr für Mensch und Hund.
    Achte darauf, dass dein Hund stets an lockerer Leine läuft. So kann sich weder physisch noch psychisch Druck auf den Hund übertragen. Bringe in deinen Citywalk immer wieder Entschleunigungsphasen hinein, indem du ruhigere Parallelstrassen nutzt. Das entspannt dich und dein Tier.
  • Vielleicht bist du ein ausgesprochener Stadtmensch und liebst den Trubel. Prüfe aber, ob dein Hund das auch so sieht. Manchmal ist er vielleicht lieber zu Hause als auf dem Weihnachtsmarkt, Konzert oder Stadtfest. Bedenke ausserdem, dass bei Grossveranstaltungen vermehrt Scherben, Müll und Essensreste auf dem Boden liegen und das ein oder andere eine grosse Verlockung für deinen Hund sein kann.
    Scherben können Pfotenverletzungen verursachen. Für diesen Fall solltest du passendes Verbandmaterial parat halten. 
    Trainiere mit dem Hund, dass er nicht alles vom Boden frisst. Das sollte jedoch nicht mit einem einfachen "Nein" unterbunden werden. Je nach Müllmenge wärst du dann erstens ganz schön beschäftigt und zweitens lernt der Hund keine Alternative kennen. Gebe ihm eine Aufgabe, die den Fokus mehr auf dich lenkt. Er könnte zum Beispiel für den Blickkontakt zu dir gelobt werden.
  • Sorge für genügend Auslastung des Vierbeiners zwischen dem Stadtstress.
  • Leine den Hund nicht vor einem Geschäft an, wenn er es nicht gewöhnt ist. Deine Abwesenheit würde unnötigen Stress für ihn bedeuten.
    Strassenverkehr
  • Du wirst deinen Hund jedoch nicht immer vor allen Stresssituationen in der Stadt schützen können. Bleibe deshalb mit ihm im Trainingsmodus. Empfehlenswert ist ein Begegnungstraining in der Hundeschule. Hier lernst du und dein Hund wie man richtig reagiert, wenn euch andere Hunde oder Menschen im Stadtgetümmel zu nahe kommen.

Hunde auf dem Land

Bei aller Idylle - auch "Landeier" haben es nicht immer leicht. Hier muss man als Hundehalter dafür sorgen, dass der Vierbeiner genügend verschiedene Umweltreize kennenlernt. Ansonsten kann nämlich bereits die Fahrt zum Tierarzt zur Tortur werden, wenn der Hund das Autofahren nicht gewöhnt ist. Auch, wenn du dir sicher bist, niemals in die Stadt zu ziehen, und der Hund somit bestimmten Reizen, wie zu viele Menschen, Hunde, Gerüche usw., nicht ausgesetzt sein wird, ist es sinnvoll, mit ihm zu trainieren. 
Einerseits wird er dann, sollte er doch mit solchen Ablenkungen konfrontiert werden, entspannt reagieren können, und andererseits unterstützt dies seine Vernetzungen im Gehirn. Je mehr Verknüpfungen der Hund hat, desto mehr Lebenserfahrung steht ihm abrufbar zur Verfügung.
Daraus folgt mehr Klarheit und Routine und daraus wiederum mehr Entspannung. Während man also viele Stadthunde aufgrund zu vieler Reize entstressen muss, müssen wir bei Landhunden aufpassen, dass sie genügend Reize kennen, um nicht in überstarken Stress zu geraten, wenn sie mit neuen Reizen konfrontiert werden.

Hunde_Feld

Trainingseinheiten fordern deinen Hund und lasten ihn aus. Hinterfrage auch den Alltag mit deinem Hund. Auch wenn zwischen dir und deinem Hund alles rund läuft, ruhe dich bitte nicht auf den Lorbeeren aus, sondern frage regelmässig Signale wie "Sitz", "Platz", "Rolle" usw. ab.
Setzt dein Hund diese problemlos und gern um, ist erst einmal alles im Lot. Macht er es nicht, nutze den Moment für eine kleine Übungseinheit. Gern genau in diesem Augenblick, weil er eben gerade jetzt deinen Signalen nicht folgt. Übt gemeinsam und souverän, bis das Verhalten klappt. Das tut eurer Beziehung gut.
Übrigens - selbst, wenn es schwerfällt - auch Landhunde sollten eine Leine und ein Geschirr / Halsband kennenlernen.